Die Betriebsstunden sind der einzige Hebel bei den Kosten – und die Steuerung ist das Werkzeug dafür. Dieser Ratgeber erklärt die fünf Steuerungsarten unseres Funksystems, welche zu welchem Raum passt und was eine Regelung realistisch bringt.
Warum die Steuerung kein Zubehör ist
Die Betriebskosten einer Infrarotheizung folgen einer einfachen Formel: Leistung mal Betriebsstunden mal Strompreis. An der Leistung und am Strompreis lässt sich im Betrieb nichts ändern – die Betriebsstunden sind der einzige Hebel. Genau dafür ist die Steuerung da: Sie sorgt dafür, dass das Paneel nur läuft, wenn der Raum tatsächlich Wärme braucht.
Deshalb gehört zu jedem Paneel eine Regelung – als Thermostat, Zeitprogramm oder Anwesenheitserkennung. Alle unsere Komponenten funken auf 433,92 MHz und lassen sich frei kombinieren, ohne neue Leitungen.
Kurz gesagtWer am Thermostat spart, bezahlt es über die Stromrechnung – jede Heizperiode aufs Neue.
Die fünf Steuerungsarten im Überblick
| Komponente | Was sie tut | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Funk-Thermostat | misst Temperatur und Luftfeuchte, regelt nach Tages- und Wochenprogrammen | Bad und Wohnräume – die Komfortlösung |
| Funk-Schaltrelais | Unterputz-Empfänger hinter dem Paneel, macht jedes Paneel funkfähig | Festanschluss, mehrere Paneele gemeinsam |
| Funk-Steckdose | Zwischenstecker – einstecken, koppeln, fertig | steckerfertige Paneele ohne Installation |
| Funk-Wandsender, 1- und 2-fach | batteriebetriebener Schalter, klebt oder schraubt an jede Wand | Schalten ohne Leitung, auch als 2-fach-Version |
| Funk-Bewegungsmelder | heizt nur bei Anwesenheit, mit Dämmerungssensor | Flur, Gäste-WC, Bürozonen |
Die Produkte findest du unter Steuerung & Funk-Thermostate; das Funk-Schaltrelais und die Funk-Steckdose schalten bis 2.000 beziehungsweise 2.300 Watt.
Welche Steuerung für welchen Raum?
- Bad: Funk-Thermostat mit Zeitprogramm – das Paneel startet vor dem Aufstehen und schaltet danach ab. Die Installation im Bad gehört in die Hand einer Elektrofachkraft; Details im Bad-Ratgeber.
- Wohnraum und Homeoffice: Funk-Thermostat für die Temperatur plus ggf. Funk-Wandsender als bequemer Schalter – für zwei Räume an einem Bedienpunkt die 2-fach-Version.
- Flur und Gäste-WC: Funk-Bewegungsmelder – Räume, die du nur minutenweise nutzt, brauchen keine Dauerwärme.
- Büro mit mehreren Zonen: je Zone ein Thermoschalter, damit nur besetzte Arbeitsplätze beheizt werden.
- Ferienwohnung: Zeitprogramm plus Frostschutzfunktion – heizt nur zur Anreise auf.
Mehrere Paneele in einem Raum können gemeinsam über ein Relais oder einen Thermoschalter laufen – beachte die maximale Schaltleistung des Empfängers – 2.000 Watt beim Schaltrelais, 2.300 Watt bei der Funk-Steckdose. Über mehrere Räume hinweg ist getrennte Regelung sinnvoll, weil sich die Nutzungszeiten unterscheiden.
Kurz gesagtJe kürzer und unregelmäßiger die Nutzung, desto mehr bringt Automatik: Zeitprogramm im Bad, Bewegungsmelder im Flur.
Drei bewährte Kombinationen
| Situation | Setup | Warum so |
|---|---|---|
| Bad | Funk-Thermostat + Schaltrelais am fest angeschlossenen Paneel | Wochenprogramm für die Morgenstunde, Temperatur- und Feuchtemessung; Installation durch die Fachkraft |
| Mietwohnung | steckerfertiges Paneel + Funk-Steckdose, optional Wandsender | kein Eingriff in die Elektrik, beim Auszug rückstandslos mitnehmbar |
| Büro mit Zonen | je Zone Thermostat oder 2-fach-Wandsender + Schaltrelais, Bewegungsmelder für Flur | nur besetzte Bereiche heizen, Durchgangszonen automatisch |
Fertig abgestimmt gibt es die gängigen Kombinationen auch als Sets mit Steuerung.
Kurz gesagtBad ohne Zeitprogramm, Mietwohnung mit Festanschluss, Büro ohne Zonen – das sind die drei häufigsten Fehlgriffe. Die Setups oben verhindern sie.
Wenn der Funk nicht ankommt
433-MHz-Funk ist robust, aber nicht unbegrenzt: Die Reichweite liegt bei rund 70 Metern – im Freifeld. In Gebäuden dämpfen massive Wände, Stahlbetondecken und Metallflächen das Signal deutlich. Drei Regeln aus der Praxis:
- Vor der Endmontage testen: Sender und Empfänger an den geplanten Positionen koppeln und schalten – erst dann bohren.
- Empfänger nicht in Metall einbauen: Ein Schaltrelais hinter einer Metallverkleidung verliert spürbar Reichweite.
- Batterien einplanen: Wandsender und Thermostate arbeiten batteriebetrieben – ein Wechselrhythmus (z. B. zum Heizperiodenstart) erspart Fehlersuche im Winter.
Was eine Regelung wirklich spart
Warum hier keine Prozentzahl steht
Für Heizungsregelung allgemein gibt es Untersuchungen mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen, und speziell zur Nachtabsenkung räumen Fachquellen selbst ein, dass belastbare Zahlen fehlen. Jede Prozentangabe wäre eine Schätzung – deshalb machen wir keine.
Was sich seriös sagen lässt: Der Verbrauch sinkt linear mit den Betriebsstunden. Ein Bad-Paneel, das statt zwei Stunden nur die tatsächlich gebrauchte halbe Stunde läuft, verbraucht ein Viertel – das ist Arithmetik, keine Studienlage. Wie sich das in Euro übersetzt, zeigt der Kosten-Ratgeber mit offengelegten Annahmen.
Kurz gesagtDie Ersparnis kommt aus weniger Betriebsstunden, nicht aus dem Gerät selbst. Prozentversprechen dazu sind nicht belegt – bei niemandem.
Die vier Betriebsarten im Schaltbild
Die Bauteile aus der Tabelle oben lassen sich auf vier Arten zusammenstellen. Sie unterscheiden sich nicht im Aufwand der Montage, sondern darin, wann geheizt wird – und damit in den Betriebsstunden, dem einzigen echten Kostenhebel. Der Aufbau ist in allen vier Fällen derselbe: Die Zuleitung geht auf einen Empfänger, der Empfänger auf das Paneel. Nur der Sender wechselt.
Zwei Begriffe vorwegBedienteile wie Thermostat, Wandsender oder Bewegungsmelder sind Sender: sie funken, schalten aber selbst keinen Strom. Geschaltet wird immer von einem Empfänger am Paneel – entweder der Funk-Steckdose 8123439 zum Einstecken oder dem Schaltrelais 8123435 in der festen Zuleitung.
1 · Von Hand
Ein Funk-Wandsender schaltet den Empfänger ein und aus, wie ein Lichtschalter, nur ohne Kabel – er wird geklebt oder geschraubt, nicht verdrahtet. Am Schaltrelais geht es auch klassisch: Die zwei zusätzlichen Drähte des Relais werden über einen Taster verbunden. Wer gar nicht schalten will, lässt sie dauerhaft über eine Verbindungsklemme kurzschließen – dann heizt das Paneel, solange Strom anliegt.
Diese Betriebsart ist die einfachste und die teuerste im Betrieb: Sie vergisst nichts, aber sie erinnert auch an nichts. Sinnvoll ist sie dort, wo selten und bewusst geheizt wird – Hobbyraum, Gartenhaus, Werkstatt.
2 · Nach Bewegung
Der Funk-Bewegungsmelder schaltet ein, sobald jemand in seinen Erfassungsbereich kommt, und nach der eingestellten Nachlaufzeit wieder aus. Wählbar sind 6 Sekunden, 15 Sekunden, 1 Minute oder 5 Minuten ab der letzten erkannten Bewegung.
Der Reiz liegt auf der Hand: Es läuft nichts, wenn niemand da ist. Die Grenze liegt genauso offen – Infrarot braucht Vorlauf. Wer in einen kalten Raum tritt, spürt die Strahlung sofort, die aufgewärmten Flächen aber erst nach einigen Minuten. Deshalb passt der Melder zu Räumen mit kurzem Aufenthalt und wenig Wärmeanspruch: Flur, Gäste-WC, Abstellraum, Treppenhaus.
3 · Nach Temperatur
Der Funk-Thermostat schaltet ein, sobald die Raumtemperatur unter den eingestellten Wert fällt, und wieder aus, sobald sie erreicht ist. Er ist programmierbar, kennt also Uhrzeiten und Wochentage.
Das ist die Betriebsart für alles, was verlässlich warm sein soll: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Büro, Bad. Sie löst auch das Vorlaufproblem, weil das Programm vor der Nutzung anheizen kann – im Bad also eine halbe Stunde vor dem Wecker statt beim Betreten.
4 · Temperatur und Bewegung – die Empfehlung
Die sparsamste Betriebsart verbindet beides: Geheizt wird nur, wenn es zu kalt ist und jemand im Raum. Dazu sitzen zwei Empfänger hintereinander – einer am Thermostat, einer am Bewegungsmelder. Erst wenn beide durchschalten, liegt Spannung am Paneel. Fällt eine der zwei Bedingungen weg, ist die Heizung aus.
Das ist der Grund, warum diese Zusammenstellung einen zweiten Empfänger braucht. Mit nur einem würden sich Thermostat und Melder widersprechen: Der Melder schaltet nach seiner Nachlaufzeit ab, während das Zeitprogramm noch heizen will – oder umgekehrt.
Praxis-KniffDie Wandsender gehören bei dieser Betriebsart vor die Tür. Ist das Bad noch nicht warm, obwohl der Melder schon abgeschaltet hat, gibt ein Druck von draußen einen neuen Einschaltimpuls. Beim Betreten beginnt der Melder-Zyklus dann von vorn.
Was beim Kombinieren zu beachten ist
Ein Sender kann mehrere Empfänger koppeln – praktisch, wenn in einem Raum zwei Paneele hängen und beide gemeinsam schalten sollen. Umgekehrt lässt sich ein Empfänger mit mehreren Fernbedienungen koppeln, etwa an beiden Enden eines Flurs. Voraussetzung ist in beiden Richtungen dieselbe: Alle Teile müssen in Funkreichweite liegen.
Wichtig zu wissenThermostat und Bewegungsmelder bekommen nicht mit, was zwischendurch per Fernbedienung geschaltet wurde. Sie senden nach ihrem eigenen Programm und übersteuern damit einen Befehl von Hand. Wer abends manuell ausschaltet, findet die Heizung morgens wieder an, wenn das Programm das vorsieht.
Der LED-Lichtrahmen bleibt von all dem unberührt: Er ist ein eigener Stromkreis, wird steckerfertig geliefert und funktioniert auch ohne die Heizung. Licht und Wärme getrennt schalten geht – aber nur, wenn beide eine eigene Stromzufuhr haben. Hängen sie an derselben Leitung, gehen sie zusammen an und aus.
Anschluss und Grenzen
- Funksteckdose und Wandsender: darfst du selbst in Betrieb nehmen – einstecken bzw. ankleben, koppeln, fertig.
- Schaltrelais (Unterputz) und jeder Festanschluss: gehören in die Hand einer eingetragenen Elektrofachkraft.
- Im Bad: jede Installation durch die Fachkraft, FI-Schutzschalter mit maximal 30 mA ist für jeden Stromkreis Pflicht.
- Reichweite: Funk bis etwa 70 m im Freifeld – Wände und Decken reduzieren das; im Zweifel vor der Endmontage testen.
Paneel und Steuerung passend zusammenstellen
Der Konfigurator schlägt zur berechneten Leistung direkt die passende Steuerung vor.
Bedarf jetzt berechnenSo stellst du das Wochenprogramm sinnvoll ein
Die meisten Fehleinstellungen folgen demselben Muster: Das Programm bildet den Wunsch ab, nicht die Nutzung. Drei Regeln aus der Praxis:
- Vorheizzeit kurz halten. Infrarot wirkt schnell – 15 bis 30 Minuten Vorlauf genügen meist. Wer wie bei einer trägen Zentralheizung eine Stunde vorheizt, verschenkt genau diese Betriebsstunden.
- Abschaltzeit ehrlich setzen. Das Programm darf enden, wenn du den Raum verlässt – nicht wenn du das Haus verlässt. Die Strahlung ist sofort weg, es gibt keinen Nachlauf-Nutzen.
- Wochenende getrennt programmieren. Ein Programm für alle sieben Tage passt fast nie – der Thermostat speichert Tages- und Wochenprofile getrennt.
Und die Temperatur: Jedes Grad weniger Zieltemperatur senkt die Einschaltdauer. Nach den Behaglichkeitsnormen DIN EN ISO 7730 und DIN EN 16798-1 wird Wärme aus Strahlung schon bei niedrigerer Lufttemperatur als gleich angenehm empfunden – probiere 20 Grad statt 21, bevor du die Zieltemperatur höher stellst.
Kurz gesagtKurzer Vorlauf, ehrliches Ende, getrenntes Wochenende – das Programm soll die Nutzung abbilden, nicht den Wunsch.
Häufige Fragen
Kann ich ein Paneel auch ohne Steuerung betreiben?
Technisch ja – es heizt dann durchgehend. Wirtschaftlich ist das der teuerste Betriebsmodus, und genau der, auf den sich die berechtigte Kritik an Stromdirektheizungen bezieht.
Funktioniert das System mit vorhandenen Smart-Home-Zentralen?
Unsere Komponenten bilden ein eigenes 433-MHz-System und werden untereinander gekoppelt. Für die Anbindung an Fremdsysteme prüfe vor dem Kauf, ob deine Zentrale 433,92-MHz-Geräte einbinden kann.
Wie viele Paneele schaltet ein Empfänger?
So viele, wie die Schaltleistung zulässt: Das Schaltrelais schaltet bis 2.000 Watt, die Funk-Steckdose bis 2.300 Watt. Ein Paneel mit 370 Watt lässt sich damit fünfmal am Relais und sechsmal an der Steckdose bündeln.
Brauche ich WLAN oder Internet dafür?
Nein. Die Komponenten funken direkt untereinander auf 433,92 MHz – unabhängig von WLAN, Router oder Cloud. Das System funktioniert auch bei Internetausfall.
Quellen
- Herstellerangaben zum verbauten Funksystem, Stand 08/2026.
- BDEW: Strompreisanalyse 2026 – Haushaltsstrompreis. bdew.de
- Zur fehlenden Datenlage bei Einsparprozenten durch Nachtabsenkung: BauNetzWissen, Einzelraumregelung per Funk. baunetzwissen.de
Zuletzt inhaltlich geprüft am 15.08.2026. Wir sind Händler für Infrarot-Heiztechnik; wo wir eigene Produkte nennen, ist das als Empfehlung aus unserem Sortiment gekennzeichnet.