Infrarotheizung-Rechner
Der Infrarotheizung-Rechner führt dich in wenigen Schritten zur passenden Infrarotheizung: Du gibst Raumgröße, Fenster und Dämmstandard an – wir berechnen daraus die nötige Wattzahl und die Stromkosten und schlagen passende Paneele und Sets vor, abgestimmt bis zur Steuerung. Die Empfehlung beruht auf gängigen Faustformeln und ersetzt keine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Wie die Wattzahl zustande kommt, erklärt unser Ratgeber zur Wattzahl pro Quadratmeter.
Was du vorher wissen solltest
Der Rechner fragt nach sieben Dingen. Sechs davon kennst du schon oder siehst sie im Raum; für eines lohnt der Zollstock:
- Grundfläche in Quadratmetern. Länge mal Breite. Bei verwinkelten Räumen die Teilflächen addieren.
- Raumhöhe. Standard sind 2,50 m. Ab etwa 2,80 m fällt die Höhe deutlich ins Gewicht, weil mehr Raumvolumen zu erwärmen ist.
- Zahl der Außenwände. Zähle die Wände, hinter denen es draußen ist – nicht die Wände zum Nachbarraum. Ein Zimmer in der Hausmitte hat oft nur eine.
- Fenster und Verglasung. Wie viele Fenster, und ob einfach, doppelt oder dreifach verglast. Ein Blick auf den Abstandshalter zwischen den Scheiben genügt meist.
- Dämmstandard. Grob: unsaniert, teilsaniert, saniert oder Neubau. Wenn du unsicher bist, nimm die schlechtere Stufe – zu knapp gerechnet wird der Raum nicht warm.
- Was darüber und darunter liegt. Beheizte Nachbarräume, ein unbeheizter Keller oder das Dach machen einen messbaren Unterschied.
- Allein heizen oder zuheizen? Die Angabe verschiebt das Ergebnis am stärksten – eine Zusatzheizung darf kleiner ausfallen.
Mehr braucht es nicht. Wandfarbe, Möblierung und Bodenbelag lassen wir bewusst weg: Sie verändern das Ergebnis weniger, als die Genauigkeit der übrigen Angaben ohnehin schwankt.
Was der Rechner berücksichtigt
Die nötige Wattzahl hängt nicht allein an der Quadratmeterzahl. Der Rechner fragt deshalb zusätzlich nach der Raumhöhe, der Zahl der Außenwände, nach Fenstern und Verglasung sowie nach dem Dämmstandard. Aus diesen Angaben entsteht der Wärmebedarf – und daraus die Empfehlung, ob ein Paneel genügt oder zwei sinnvoller sind.
Zwei Angaben verschieben das Ergebnis am stärksten: der Dämmstandard und die Frage, ob die Infrarotheizung allein heizen oder nur zuheizen soll. Ein Altbau mit einfach verglasten Fenstern braucht bei gleicher Fläche spürbar mehr Leistung als ein gedämmter Neubau. Deshalb liefert der Rechner keine einzelne Zahl, sondern eine Auslegung, die zu deinem Raum passt.
Was dabei herauskommt
- eine Leistungsempfehlung in Watt für deinen Raum
- die Stromkosten pro Jahr oder pro Heizmonat – mit deinem Strompreis, deinen Heizstunden und Heiztagen
- bis zu drei Varianten – vom knapp bemessenen Einstieg bis zur komfortablen Auslegung
- passende Paneele aus dem Sortiment, abgestimmt auf den Montageort: Wand, Decke oder Rasterdecke
- auf Wunsch als Set mit Steuerung oder als Set mit LED-Lichtrahmen – Sets sind günstiger als die Einzelteile
Sechs Räume, sechs Ergebnisse
Damit du eine Vorstellung bekommst, bevor du selbst rechnest: Das sind echte Ausgaben des Rechners. Alle mit doppelt verglasten Fenstern, beheizten Nachbarräumen und Wandmontage gerechnet, sofern nicht anders angegeben.
| Raum | Bedarf | Empfehlung des Rechners |
|---|---|---|
| Gäste-WC, 3 m², saniert | 260 W | 1 × 370 W – kleiner geht an der Wand nicht auf |
| Badezimmer, 6 m², saniert | 510 W | 1 × 580 W, alternativ 2 × 370 W |
| Homeoffice, 14 m², teilsaniert, über unbeheiztem Keller | 1.190 W | 3 × 480 W, sparsamer 2 × 630 W |
| Wohnzimmer, 22 m², Neubau, dreifach verglast | 1.500 W | 2 × 880 W |
| Wohnzimmer, 22 m², unsaniert, einfach verglast | 1.770 W | 4 × 580 W |
| Büro, 18 m², Rasterdecke | 1.220 W | 5 × 320 W im 60-cm-Raster |
Zwei Dinge fallen daran auf. Erstens: Derselbe Raum braucht unsaniert fast ein Fünftel mehr Leistung als im Neubau – 1.770 gegen 1.500 Watt bei identischen 22 m². Zweitens: Der Rechner schlägt bei größeren Räumen mehrere kleinere Flächen statt einer großen vor. Das ist Absicht und hat einen physikalischen Grund: Strahlungswärme wirkt dort, wo sie hinfällt. Zwei Paneele an unterschiedlichen Wänden versorgen einen Raum gleichmäßiger als ein einzelnes, das doppelt so stark strahlt.
Wie du das Ergebnis liest
Der Rechner nennt dir zuerst den Bedarf in Watt – das ist die Zielgröße. Danach zeigt er bis zu drei Wege dorthin:
- Sparsam – die knappste Bestückung, die den Bedarf gerade deckt. Richtig, wenn du das Budget im Blick hast und der Raum keine Extreme aufweist.
- Ausgewogen – etwas Reserve, meist mit mehr, dafür kleineren Flächen. In den meisten Fällen die empfohlene Variante.
- Komfortabel – deutliche Reserve. Sinnvoll, wenn es schnell warm werden soll oder du die Temperatur höher fährst als angegeben.
Wundere dich nicht, wenn weniger als drei Varianten erscheinen. Der Rechner entfernt jede Stufe, die von einer anderen geschlagen wird – also gleich viel oder mehr Wärme für gleich viel oder weniger Geld. Beim Wohnzimmer im Neubau oben bleibt deshalb nur eine übrig: Alles andere wäre teurer ohne Gegenwert. Das ist kein Fehler, sondern erspart dir den Vergleich.
Die Reserve ist übrigens kein Mehrverbrauch. Ein größer ausgelegtes Paneel erreicht die Zieltemperatur schneller und schaltet dann über den Thermostat ab – die Wärmemenge, die der Raum braucht, bleibt dieselbe. Was den Verbrauch bestimmt, ist die Einschaltdauer, nicht die Nennleistung.
Zu jeder Variante stellt der Rechner die vollständige Anlage zusammen: Paneele, Empfänger je Paneel und ein Bedienteil. Im Bad setzt er automatisch ein Unterputz-Relais statt einer Funk-Steckdose ein, weil Steckdosen in den Schutzbereichen nicht zulässig sind – die Details dazu stehen im Bad-Ratgeber.
Sonderfälle, die der Rechner kennt
- Dachschrägen. Gib die Schräge mit an – sie vergrößert die Außenfläche und damit den Bedarf. Der häufigste Grund, warum ein Dachgeschoss mit der berechneten Leistung nicht warm wird, ist eine vergessene Schräge.
- Rasterdecke. Wählst du Rastermontage, kommen nur die beiden Formate infrage, die ins Deckenfeld passen – 595 × 595 mm fürs 60-cm-Raster, 620 × 620 mm fürs 62,5-cm-Raster. Mehr dazu unter Rasterdecken-Heizung.
- Bad und Gäste-WC. Der Rechner setzt hier eine höhere Zieltemperatur an (24 statt 20 Grad) und wählt die zulässige Anschlussart. Das erklärt, warum ein 6-m²-Bad mehr Watt braucht als ein 6 m² großer Flur.
- Zusatzheizung. Soll die Infrarotheizung nur zuheizen, fällt die Empfehlung kleiner aus. Wann das sinnvoll ist, steht im Ratgeber Zusatzheizung für einzelne Räume.
- Offener Grundriss. Rechne die zusammenhängende Fläche als einen Raum und verteile die Paneele auf verschiedene Wände.
Wann der Rechner nicht ausreicht
Die Empfehlung beruht auf Faustformeln, wie sie im Handel üblich sind. Für die meisten Wohnräume reicht das aus, um die richtige Größenordnung zu finden. Sobald es aber um einen Nachweis geht – bei einem Neubau, bei einer geförderten Sanierung oder wenn die Infrarotheizung die einzige Wärmequelle im Haus sein soll – brauchst du eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durch eine Fachplanung. Der Rechner ersetzt sie nicht und will es auch nicht.
Häufige Fragen
Woher weiß der Rechner, wie viel Watt mein Raum braucht?
Aus deinen Angaben zu Dämmung, Raumhöhe und Fensterfläche – deshalb fragt der Rechner danach, statt mit einem festen Wert zu arbeiten. Wie die Spanne zustande kommt und woran du deinen Wert festmachst, steht im Ratgeber zur Wattzahl.
Sind zwei kleine Paneele besser als ein großes?
Oft ja. Zwei Flächen verteilen die Strahlungswärme gleichmäßiger im Raum, und du kannst sie dort anbringen, wo du dich wirklich aufhältst. Der Rechner zeigt dir beide Wege, wenn die Leistung es hergibt.
Rechnet der Konfigurator auch für die Decke?
Ja. Du wählst den Montageort mit aus, und die Empfehlung berücksichtigt ihn – auch die Sonderfälle Rasterdecke 60 cm und 62,5 cm, für die jeweils nur ein bestimmtes Format passt.
Was mache ich bei einem offenen Grundriss?
Rechne die zusammenhängende Fläche als einen Raum und plane eher großzügig. Bei sehr langen oder verwinkelten Zuschnitten sind zwei Paneele an unterschiedlichen Wänden meist besser als eines in der Mitte.
Warum schlägt der Rechner mehrere kleine Paneele statt eines großen vor?
Weil Strahlungswärme dort ankommt, wo sie hinfällt. Zwei Flächen an unterschiedlichen Wänden versorgen einen Raum gleichmäßiger als eine einzelne mit doppelter Leistung – und du kannst sie dort anbringen, wo du dich wirklich aufhältst. Bei kleinen Räumen bleibt es bei einem Paneel.
Verbraucht ein größer ausgelegtes Paneel mehr Strom?
Nein. Es erreicht die Zieltemperatur schneller und schaltet über den Thermostat früher ab. Die Wärmemenge, die der Raum braucht, bleibt dieselbe – den Verbrauch bestimmt die Einschaltdauer, nicht die Nennleistung.
Warum sehe ich manchmal nur eine Variante statt drei?
Weil der Rechner jede Stufe entfernt, die von einer anderen geschlagen wird – gleich viel oder mehr Wärme für gleich viel oder weniger Geld. Was übrig bleibt, sind die Wege, zwischen denen es wirklich etwas zu entscheiden gibt.
Ich kenne meinen Dämmstandard nicht – was nehme ich?
Im Zweifel die schlechtere Stufe. Ein zu knapp ausgelegter Raum wird nicht warm; eine Reserve kostet beim Kauf etwas mehr, im Betrieb aber nichts. Als Anhaltspunkt: Häuser ab Baujahr 2002 sind meist mindestens teilsaniert gedämmt, Fenster mit drei Scheiben sprechen für Neubaustandard.
Ist die Empfehlung verbindlich?
Nein. Sie ist eine Orientierung auf Basis deiner Angaben. Wenn du unsicher bist, schreib uns kurz, was du vorhast – wir sehen uns den Raum gemeinsam an, bevor du bestellst.