Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen

Infrarotheizung fürs Badezimmer

Morgens ins warme Bad, ohne die ganze Wohnung vorzuheizen: Eine Infrarotheizung fürs Badezimmer wirkt dort, wo sie gebraucht wird, und zwar sofort. Alle Geräte dieser Kategorie sind nach IP44 gegen Spritzwasser geschützt und für Feuchträume gebaut – in sieben Größen vom Gäste-WC bis zum großen Bad.

Warum Infrarot im Bad besonders gut passt

Ein Bad wird selten den ganzen Tag genutzt – morgens eine halbe Stunde, abends noch einmal. Eine Heizung, die dazwischen durchläuft, arbeitet für einen leeren Raum. Genau hier liegt die Stärke der Strahlungswärme:

  • Sofort spürbar. Das Gerät ist in wenigen Minuten warm und strahlt direkt auf Körper und Flächen – kein Vorheizen der Raumluft nötig
  • Warme Flächen statt warmer Luft. Fliesen und Wände werden mit erwärmt. Warme Flächen kühlen langsamer ab und bleiben dadurch länger trocken – an einer warmen Wand kondensiert weniger Feuchte als an einer kalten
  • Keine Staubverwirbelung. Kein Gebläse, keine bewegte Luft, kein Geräusch
  • Wartungsfrei. Keine beweglichen Teile, nichts zu entlüften

In Kombination mit einem Zeitprogramm ist das Bad zur gewohnten Zeit warm, ohne dass die Heizung dazwischen läuft. Genau dafür gibt es den programmierbaren Funk-Thermoschalter mit Wochenprogramm – siehe weiter unten.

Was IP44 bedeutet – und wer entscheidet

IP44 steht für Schutz gegen feste Fremdkörper ab 1 mm und gegen allseitiges Spritzwasser. Maßgeblich für Badezimmer ist die DIN VDE 0100-701 in der Fassung 2025-06. Sie teilt das Bad in Schutzbereiche ein, und daraus ergibt sich, welches Betriebsmittel wo hängen darf: Ein IP44-Gerät ist für Schutzbereich 2 geeignet und – abhängig von Gerät und Einbausituation – auch für Schutzbereich 1: Die Fassung 2025-06 der Norm lässt dort Infrarotstrahler ausdrücklich zu, wenn sie mindestens IPX4 erfüllen, fest angeschlossen sind und über einen Fehlerstrom-Schutzschalter mit 30 Milliampere laufen.

Und jetzt der Satz, der wichtiger ist als jede Produktangabe: Wo dein Gerät hängen darf, entscheidet nicht dieser Text, sondern die Elektrofachkraft anhand deines Grundrisses. Abstände zur Badewanne, zur Dusche und zum Waschbecken sind in jedem Bad anders. Was die Schutzbereiche im Einzelnen bedeuten und wie das Zonenmodell aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber Infrarotheizung im Bad: Schutzbereiche und Regeln.

Zwei Dinge gelten immer und ohne Ausnahme:

  • Im Bad wird fest angeschlossen – eine Elektrofachkraft macht das, nicht du
  • Der Stromkreis braucht einen FI-Schutzschalter mit maximal 30 mA

Steckerfertiger Betrieb scheidet im Bad aus, weil Steckdosen in den Schutzbereichen nicht zulässig sind. Deshalb gehört zu jedem Bad-Gerät das Unterputz-Schaltrelais, das in die Zuleitung eingeschleift wird und unsichtbar bleibt.

Welche Größe für welches Bad

Heizungen fürs Bad werden gern zu groß gekauft. Als Orientierung gelten je nach Dämmstandard 40 bis 150 Watt pro Quadratmeter – und weil Bäder oft schlechter gedämmt sind als Wohnräume und schnell warm werden sollen, liegt man hier eher am oberen Rand.

Bad Leistung Format
Gäste-WC bis 2 m² 160 W 320 × 520 mm – schmal, passt neben Tür oder Spiegel
kleines Bad bis 3 m² 320 W 595 × 595 mm – quadratisch
bis 3,5 m² 345 W 620 × 620 mm – quadratisch, 62,5-cm-Raster
bis 3,5 m² 370 W 500 × 800 mm – Rechteckformat
bis 4,5 m² 440 W 320 × 1500 mm – schmaler Zuschnitt für enge Wände
bis 5 m² 480 W 592 × 892 mm
bis 6 m² 580 W 500 × 1192 mm – langes Format

Das schmale Format mit 320 mm Breite ist im Bad oft die Lösung, wenn zwischen Waschbecken, Tür und Heizkörper nur ein Wandstreifen übrig ist.

Größere Bäder ab etwa 9 m² versorgst du besser mit einem stärkeren Gerät aus dem Gesamtsortiment oder mit zwei kleineren Flächen – hier zeigen wir bewusst nur die Größen, die zu üblichen Badezimmern passen, damit niemand versehentlich ein 880-W-Gerät ins Gäste-WC hängt.

Wand oder Decke im Bad?

Beides ist möglich, und beides wird fest angeschlossen. Für die Decke spricht im Bad besonders viel: Der Abstand zu Wasserstellen ist größer, die Fläche ist frei, und niemand kommt versehentlich an ein 105 °C heißes Gerät. Für die Wand spricht, dass die Wärme auf Steh- und Sitzhöhe direkter ankommt – angenehm, wenn man nass aus der Dusche kommt. Mehr dazu unter Infrarot-Deckenheizung und elektrische Wandheizung.

Licht und Wärme aus einer Fläche

Gerade im Bad ist die Kombination reizvoll: warmes Entspannungslicht für die Badewanne, helles Neutralweiß zum Rasieren und Schminken – beides aus demselben Element, stufenlos einstellbar. Für sechs der sieben Geräte dieser Kategorie gibt es einen passenden LED-Rahmen; beide Komponenten sind IP44. Nur für die 345-W-Heizung im 62,5-cm-Raster existiert kein Rahmen.

Ein fertiges Bad-Set mit Licht haben wir nicht im Programm, und das hat einen sachlichen Grund: Die Pakete aus Paneel und Lichtrahmen kommen ohne Steuerung, weil die Wahl des Empfängers von der Elektrik abhängt. Im Bad ist sie aber vorgegeben: Dort muss das Unterputz-Relais in die feste Zuleitung, eine Funk-Steckdose ist in den Schutzbereichen nicht zulässig. Dazu braucht der Lichtrahmen eine eigene 230-V-Zuleitung, die vor der Montage vorhanden sein muss. Fürs Bad bestellst du Heizung, Rahmen und Steuerung deshalb einzeln und lässt alles von der Elektrofachkraft anschließen.

Warm zur Duschzeit, nicht rund um die Uhr

Der programmierbare Funk-Thermoschalter misst Temperatur und Luftfeuchte und regelt nach Tages- und Wochenprogrammen. Das Bad ist um sieben warm und um halb neun wieder aus, ohne dass jemand daran denken muss. Geschaltet wird über das Unterputz-Relais am Gerät, gefunkt auf 433,92 MHz – ohne neue Leitungen.

Fertig aufeinander abgestimmt gibt es das als Bad-Set: Heizung, Relais und Thermoschalter in einem Paket, siehe Infrarotheizung mit Thermostat. Alle Steuerungsvarianten im Überblick zeigt Steuerung & Funk-Thermostate.

Häufige Fragen

Reicht eine Infrarotheizung als einzige Heizung im Bad?

In einem ordentlich gedämmten Bad ja – das ist einer der Fälle, in denen Infrarot wirklich passt, weil kurze Nutzungszeiten und schnelle Wärme zusammenkommen. In einem ungedämmten Altbaubad mit großem Fenster kann sie an ihre Grenzen stoßen.

Darf das Gerät über der Badewanne hängen?

Das entscheidet die Elektrofachkraft anhand der Schutzbereiche. Pauschal lässt sich das nicht beantworten, weil es von Abstand, Montagehöhe und Einbausituation abhängt.

Kann ich das Gerät einfach in die Steckdose stecken?

Im Bad nicht. Steckdosen sind in den Schutzbereichen nicht zulässig – hier wird immer fest angeschlossen.

Beschlägt der Spiegel weniger?

Indirekt ja: Strahlungswärme erwärmt die Flächen im Raum mit, und an wärmeren Flächen kondensiert weniger Feuchte. Ein beheizter Spiegel ist das aber nicht – solche Geräte führen wir nicht.

Wie heiß wird die Oberfläche?

Bis etwa 105 °C. Deshalb gehört das Gerät nicht in Griffweite neben die Dusche und in Bädern mit kleinen Kindern eher an die Decke.

Was kostet das im Betrieb?

Ein 320-W-Gerät, das täglich zwei Stunden läuft, verbraucht rund 0,64 kWh – bei 37 ct/kWh etwa 24 Cent am Tag. Den vollständigen Rechenweg zeigt der Ratgeber Stromverbrauch und Kosten berechnen.

Unsicher bei der Größe? Der Heizungskonfigurator rechnet den Bedarf aus deinen Raumdaten. Alles zu Schutzbereichen, Normstand und Elektrofachkraft steht im Ratgeber Infrarotheizung im Bad.

Artikel 1 – 7 von 7


Artikel 1 – 7 von 7